[uplug] OT: GPL vs. den Rest der Softwarewelt [Was: farbig drucken - cmyk kcmy u.a.]

Thomas Orgis thorgis at rz.uni-potsdam.de
Di Jun 24 11:11:08 CEST 2008


Am Mon, 23 Jun 2008 22:15:15 +0200
schrieb Lutz Willek <lutz.willek at belug.de>: 

> 1: Wo bitte in irgend einer GPL Version Deiner Wahl steht das man 
> Software nicht verkaufen resp. kaufen darf?

Naja, es ist nicht verboten, für freie Software Geld auszugeben. Man darf schon eine Aufwandsentschädigung verlangen, so wie Distros in Pappschachteln mit bunten DVDs und Handbuch verkauft werden... was dir ja bewusst ist, denke ich.
Es geht hier weniger um das Geld, sondern um die Grundsatzentscheidung, den kommerziellen Treiber nicht zu kaufen, weil er nicht frei ist.
Ein jeder Mensch kann für sich entscheiden, was er fördert -- Paul hat für sich entschieden, keine unfreie Software zu fördern;-)

> 2: wo bitte steht das man keine andere Software als OSS verwenden soll, 
> wenn zur Zeit keinen vergleichbaren Ersatz gibt?

Es gibt halt Gründe dagegen -- wenn es keine Alternative gibt, mag sich Pragmatismus durchsetzen.
Aber es muss einem ja nicht gefallen...
Ich gebe jetzt mal zu: Ich habe vor einiger Zeit bei einem betreutem Büro den Kauf von TurboPrint veranlasst, um mit dem Canon PIXMA iP4000 arbeiten zu können.
Nach einem Systemupdate funktionierte dieser nur sporadisch, und Gutenprint konnte den Canon auf einmal ansprechen; da fuhr man eine Weile dual mit zwei konfigurierten Druckern (von TurboPrint hat man immerhn noch den Tintenstand bekommen).
Ein weiteres Systemupdate später: TurboPrint geht wieder, Gutenprint macht Spirenzchen... wieder nur TurboPrint.

Naja, mir gefällt das alles nicht (Drucken ist sowieso immer ein Krampf im Ar...), aber die Leute müssen arbeiten können.
"Glücklicherweise" macht der Druckkopf des Canon anscheinend die Grätsche und man macht sich Gedanken über Reparatur/Wechsel.
Meine Empfehlung/Hoffnung: Ein erschwinglicher HP Farblaser mit ordentlich Postscript. Dazu noch Netzwerkanschluss mit integriertem Webserver, der Konfiguration und Tonerstand u.ä. bietet.
Ende Gelände. Schluss mit dem ganzen Druckertreiber-Schmarrn;-)
Anmerkung: Die HPLIP Treiber können mit dem Farblaser an sich auch was anstellen, in der Praxis haben die bei mir aber nur gemurkst und sind gleich wieder verschwunden.
Ein bissl RAM im Drucker und man ist mit Postscript froh.
 
> Warum ist jegliche Art von "Software kaufen für Linux" so ein 
> no-go-Thema für viele?

Aus Überzeugung. Aus Prinzip. Wehret den Anfängen...

> Als reiner Anwender fallen die Freiheiten 1-3 
> einfach mal weg, die werden einfach nicht *ge*nutzt, es zählt also nur 
> noch die reine *Be*nutzung.

Nein! Tausende "Raubkopien" widerlegen dies: Freiheit 2 ist für soziale Menschen eigentlich selbstverständlich.
Nicht jeder ist Programmierer, aber Kopieren können die Leute;-).

> vor meinem Fazit: bitte keinen Glaubenskrieg! Ich fragte nach dem 
> "warum" und ich habe wirklich kein Interesse eine Schlammschlacht 
> anzuzetteln.

Naja, das tust du aber;-) Deine Frage ist die Frage nach der persönlichen Überzeugung (auch wenn man sie als rationale Einsicht belegen kann).


So denn,

Thomas (der mit dem Feuerlöscher bei der Hand).

-- 
Thomas Orgis, Student der Physik. Ansonsten Mensch.
Öffentlicher GPG/PGP-Schlüssel: http://thomas.orgis.org/public_key
ID: D446D524 Fingeradruck: 7236 3885 A742 B736 E0C8 9721 9B4C 52BC D446 D524



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