[uplug] GPL v3

katjas kasst at t-online.de
Mo Jul 2 16:29:33 CEST 2007


Am Sonntag, 1. Juli 2007 17:47 schrieb Hermann Schwarting:
> Hallo,
>
> am Freitag hat die Free Software Foundation die endgültige dritte
> Version der General Public License veröffentlicht.
> [ http://www.gnu.org/licenses/gpl.html ]
> Als Benutzer, Entwickler oder Kopierer von Freier Software müssen wir
> uns nun damit beschäftigen, was die Änderungen bedeuten. Als LUG
> werden wir sicher einmal die ein oder andere Frage dazu beantworten
> können müssen. Mir ist noch so einiges unklar und vielleicht können
> wir hier ein bisschen darüber diskutieren.
>
>
> In §2 steht
>
> > You may make, run and propagate covered works that you do not
> > convey,  [...]
>
Hallo Hermann,

propagate=verbreiten, covered=bekehren, convey=transportieren,übermitteln
Für mich heißt das nichts anderes als wie bisher in den Massen verbreiten und 
die Leute zu Linux bekehren.
> Was ist der Unterschied zwischen »propagate« und »convey«? Kann man
> das mit „weitergeben“ und „kopieren“ übersetzen? Heißt das ich darf
> ein Werk weitergeben (z.B. auf CD) ohne den Lizenztext mitzuliefern?
>
Wie gehabt, Verbreitung,Übermittlung auf CD, DVD, etc., evt. mit Lizenz.
>
> DRM-Verbot in §3.
>
> > When you convey a covered work, you waive any legal power to forbid
> > circumvention of technological measures to the extent such
> > circumvention is effected by exercising rights under this License
> > with respect to the covered work, and you disclaim any intention to
> > limit operation or modification of the work as a means of enforcing,
> > against the work's users, your or third parties' legal rights to
> > forbid circumvention of technological measures.
>
> Bedeutet das entweder, dass
>
> * ein unter Kopierschutz stehendes GPL-Werk unter Umgehung des
>   Kopierschutzes trotzdem kopiert und geändert werden darf
>
> oder dass
>
> * wenn ein GPL-Programm Teil eines Kopierschutzes ist und durch
>   Änderung des Programms der Kopierschutz umgangen werden kann,
>   man dies auch machen darf?
>
Ich würde das so interpretieren, das man das mit Lizenz darf.
>
> Änderungen bei der Weitergabe unveränderter und veränderter Kopien
> §4-6:
> * Es wird klargestellt, dass man auch für unveränderte Kopien über den
>   reinen Kopierakt hinaus einen Preis verlangen darf.
> * Bei der GPLv2 musste man *allen Dritten* kostenlos eine Lizenz
>   erteilen und ihnen Zugang zu den Quellen zum Selbstkostenpreis
>   einräumen. Bei der v3 genügt es, den Zugang nur denen anzubieten,
>   die bereits im Besitz des Objektcodes sind.
>
> Das bedeutet für „Consumergeräte“ wie Handies oder Settopboxen mit
> GPL-Programmen ja wohl, dass erst ein Kunde den Objektcode
> „freikaufen“ muss, bevor er den Sourcecode verlangen und
> weiterverbreiten kann. Und das gilt dann wohl noch für jede Version
> einzeln?
>
Bei Consumergeräten denke ich das man das mit der Hardware bezahlt hat.
>
> Der „Tivo-Paragraph“ §6, zweiter Teil:
>
> In der Zusammenfassung muss man bei Consumer-Geräten, die GPL-Software
> beinhalten, auch das Ausführen modifizierter Programme technisch und
> durch Dokumentation ermöglichen. Erstmal finde ich es recht
> umständlich, wie diese Geräteklasse versucht wird zu definieren. Dann
> verstehe ich nicht, warum die Veränderungsfreiheit damit nur
> Privatleuten ermöglicht wird. Warum sollte ich die Freiheit z.B. bei
> einer Firewall-Appliance (also einer als „Black Box“ verkauften Kiste
> aus Rechner, Betriebssystem und Firewall-Software) im Betrieb nicht
> haben?
>
> Automatische Lizenzannahme §9:
> > You are not required to accept this License in order to receive or
> > run a copy of the Program.
>
> Nach deutschem Urheberrecht bestimmt der Urheber aber über jede
> *Nutzung* seines Werks. Dazu würde ich auch das Ausführen einer
> irgendwie erhaltenen Programmkopie verstehen. Deshalb müsste nach
> meinem Verständnis auch für das reine Ausführen eine Lizenz nötig
> sein, oder?
>
>
> Patente §11
>
> Was an den Patentregeln neu ist, zielt ja eindeutig auf Patentabkommen
> wie das zwischen Novell und Microsoft. Lese ich das richtig, dass
> (alles unter der Annahme das Softwarepatente rechtmäßig wären und
> durchgesetzt werden könnten) wenn Novell GPLv3-Software
> weitervergibt, die von den tausenden Patenten Microsofts teilweise
> abgedeckt wird, und dafür von Microsoft eine Patentlizenz nur für die
> eigenen Kunden bekommen hat, der §11 dafür sorgen soll, dass entweder
> Novell auf die Patentlizenz verzichtet oder Novell Microsoft dazu
> bringen soll, die Patentlizenz auf alle „Downstream-Empfänger“
> auszuweiten? Ist das nicht etwas viel geregelt für eine
> Softwarelizenz?
>
was schert uns Novell/M$? Meine Open Suse10.2 ist die letzte, die ich 
installiert habe. Weiter geht's mit Debian.
>
> Affero-Lizenz §13:
>
> Bedeutet das, dass wenn ich ein Affero-lizensiertes Programm, z.B. ein
> Content Management System mit GPLv3-Software zu einem Paket wie LAMP
> zusammenschnüre, diejenigen, die das Paket empfangen und öffentlich
> installieren, allen Sourcecode des Komplettpakets zur Verfügung
> stellen müssen? Ist das nicht etwas happig?
>
>
> Viele Grüße,
> Hermann

Ich meine es ist besser eine exakte eutsche Übersetzung abzuwarten um dann 
darüber diskutieren zu können.

Gruß
Katja



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